Beim Lesen lassen sich schnell zwanzig unbekannte Wörter markieren. Werden alle ungefiltert zu Anki-Karten, wächst der Wiederholungsstapel schneller als der tatsächlich nutzbare Wortschatz.
Ein besserer Workflow wählt wenige relevante Phrasen aus, bewahrt ihren Kontext und erstellt Karten, die aktives Erinnern ermöglichen. Qualität schlägt Menge.
Phrasen statt Einzelwörter auswählen
Speichere nicht nur „account“, sondern je nach Kontext „take into account“. Nicht nur „place“, sondern „take place“. Die Phrase enthält bereits Grammatik, typische Partnerwörter und eine realistische Bedeutung.
Ein Ausdruck ist eine gute Karte, wenn er wiederholt vorkommt, für deine eigenen Themen nützlich ist oder eine Bedeutung trägt, die du aus den Einzelwörtern nicht sicher ableiten konntest.
- Wiederkehrende Wendung
- für das Textverständnis wichtig
- persönlich nützlich
- mit einem klaren Kontextsatz verbunden
Eine sinnvolle Kartenstruktur
Auf die Vorderseite gehört ein kurzer Originalsatz mit markierter Phrase. Die Rückseite enthält eine knappe Bedeutung in deiner Ausgangssprache sowie optional die Quelle. Vermeide lange Wörterbuchdefinitionen.
Für produktives Lernen kannst du die Phrase im Satz ausblenden. Bei weniger häufigen Ausdrücken reicht zunächst eine Karte, bei der du die Bedeutung erkennst.
- Vorderseite: Originalsatz mit Lücke oder Markierung
- Rückseite: kontextuelle Bedeutung
- Zusatzfelder: Sprache, Thema und Quell-URL
CSV sauber nach Anki exportieren
Nutze pro Information ein eigenes Feld: Phrase, Bedeutung, Kontextsatz, URL und optional Tags. Beim Import ordnest du diese Spalten einmal deinem Notiztyp zu.
Tags wie „spanisch“, „politik“ oder „phrasal-verb“ helfen später bei gefilterten Decks. Erzeuge aber keine komplizierte Taxonomie, die mehr Pflege als Nutzen verursacht.
Wie viele Karten pro Artikel?
Für die meisten Lernenden sind drei bis fünf neue Phrasen pro Artikel ausreichend. Bei drei Artikeln pro Woche entstehen bereits bis zu fünfzehn kontextreiche Karten.
Wenn die Wiederholungen steigen, reduziere neue Karten zuerst. Ein kleiner Bestand, den du tatsächlich wiederholst und beim Lesen wiedererkennst, ist wertvoller als ein riesiges Archiv.
- direkt nach dem Lesen auswählen
- am nächsten Tag kurz prüfen
- unwichtige oder unklare Karten ohne schlechtes Gewissen löschen